Konfirmandenfreizeit
Der Pfarrer der mittelalterlichen Kirchen in Gimmeldinger und Mußbach, Thomas Klein, war neugierig auf die „Sternenwege“ in Saarbrücken und lud seine Konfirmanden zu einem „Schnupperkurs“ zum Wertepilgern nach Saarbrücken ein.
Die jungen Menschen waren erstaunt, was sie auf ihrer Tour durchs Saarbrücker Schloss mit der unterirdischen Burg, in der Schlosskirche und schließlich auch in der Stiftskirche alles zu sehen bekamen. Unterwegs wurden die Leitgedanken des Modellprojektes zum Thema, auch wurde über zentrale Werte wie Freundschaft, Toleranz, Demokratie und Frieden diskutiert.
Die Begegnung mit Peter Lupp hat uns als Gruppe besonders beeindruckt, weil seine Leidenschaft für Kunst und Kultur in jedem Moment spürbar war. Wir sind dankbar für seine persönlichen Einblicke und die offene Art mit der er uns durch das Museum geführt hat. Besonders stark fanden wir seine ausführlichen Erläuterungen zum Sternenweg, der weit über ein kulturelles Projekt hinausreicht und den christlichen Glauben ebenso wie gesellschaftliche Räume miteinander verbindet. Seine Perspektiven haben uns auch mit Blick auf Gimmeldingen und Mußbach neue Zusammenhänge erkennen lassen. Insgesamt war es eine Begegnung, die uns bereichert und unsere eigenen Wege des Nachdenkens und Gestaltens inspiriert hat.
Leonora Eigenberger, Konfirmandin

Das Wochenende in Saarbrücken hatte das Ziel, dass Jugendliche aus zwei Kirchengemeinden ihre je eigene Kirche in einem größeren Zusammenhang wahrnehmen lernen. Beide Kirchen in Gimmeldingen und Mußbach gehören zu den Bezugspunkten innerhalb des europäischen Modellprojektes „Sternenweg/Chemin des étoiles“ und sind auch bereits mit einem Muschelstein gekennzeichnet. Beide Gemeinden hatten also früher Pilger zu Gast, haben diese beherbergt und verköstigt, aber ihnen auf dem Weg auch eine spirituelle Stärkung angeboten.
Sie hatten offene Türen und lebten Gastfreundschaft aus ihrem Glauben heraus. Die Pilger haben in der Kirche den Segen empfangen und das Evangelium gehört. Sie haben aber auch einfach das Kirchengebäude mit seinen Bildern und Zeichen erlebt. Das Bild des Christophorus und das Patronat des Täufers Johannes haben uns dabei besonders interessiert. Ziel war es, Anknüpfungspunkte im eigenen Leben zu finden.
An Christophorus interessierte die jungen Leute, dass er beharrlich nach Lebenssinn gesucht hat und selbst Irrwege nie zum fatalen Scheitern führten. Christophorus wurde zum Musterbeispiel dafür, dass man sich nie so weit von Gott entfernen kann, dass nicht noch eine Umkehr möglich ist. Johannes war als zeitkritische Figur interessant, die bereit war, für ihre Überzeugungen auch schwere Konsequenzen zu tragen. Sein prophetisches Eintreten für Gerechtigkeit hat ihn zu einem Einzelgänger gemacht und dann sogar ins Gefängnis gebracht. Es hat ihn sogar buchstäblich den Kopf gekostet.
Am Ende haben beide Heilige zu der Frage nach der eigenen Taufe und dem eigenen Lebensweg geführt sowie zu der Frage, wie wir als Gemeinde heute offen für Neues, für andere Menschen und für Veränderungen sein oder werden können.
