Eine europäische Kulturstraße

Seit mehr als tausend Jahren locken die Wege der Jakobspilger Reisende aus aller Welt über die europäischen Routen zur Grabesstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Schon im Mittelalter bildeten sich in der heutigen Region Saar-Lor-Lux und Elsass Ausgangs- und Sammelpunkte für Jakobspilger, denn hier kreuzten sich mehrere bedeutsame Wegeachsen. Die Wege der Jakobspilger haben ihre Anziehungskraft bis heute nicht verloren. Die Menschen ziehen heute mehr denn je Lebensfreude aus den spirituellen Erfahrungen, die sie während des Pilgerns auf den „Sternenwegen“ und in den Begegnungen unterwegs mit den vielfältigen Kulturlandschaften gewinnen.

Bereits 1987 hat der Europarat die europäischen Wege der Jakobspilger, die auch als „Sternenwege“ bezeichnet werden, als erste europäische Kulturstraße ausgezeichnet und die europäischen Regionen angeregt, die Wege der Jakobspilger in Europa zu erforschen und zu kennzeichnen. 1993 erklärte die UNESCO die Jakobswege zum geistigen Weltkulturerbe. Damit soll, wie bereits im Mittelalter auf diesen Wegen geschehen, der Austausch von Bildung, Ideen, Kunst und Kultur zwischen den Regionen und Nationen unterstützt werden.

Das gesamte Wegenetz der Jakobspilger, der „Sternenweg“, verästelt sich auf rund 100 000 Kilometern organisch durch ganz Europa (Wege der Jakobspilger durch Europa, offizielle Karte des Europarates).