Jakobsmuschel - Attribut des Apostels

Die Jakobsmuschel ist seit dem Mittelalter das zentrale Attribut des Apostels Jakobus. An ihr erkennt man den Glaubensboten und in seiner Nachfolge alle Jakobspilger. „Pecten Maximus“ ist die Bezeichnung für diese Flachmuschel der europäischen Atlantikküste, die als Jakobsmuschel in Darstellungen von Jakobspilgern zu sehen ist und spätestens ab dem 12. Jh. von Santiago de Compostela mit nach Hause gebracht wurde. Gleichzeitig ist sie das wichtigste symbolische Attribut in den mittelalterlichen Darstellungen des Heiligen Jakobus.

Auch kunstfertige Verkleinerungen der Jakobsmuschel, z. B. aus Gagat, einem Halbedelstein aus fossilem Holz, wurden an Schnüren aufgereiht und auf der Pilgerfahrt mitgeführt oder als Devotionalie von der Pilgerfahrt mitgebracht. Solche Gagatperlen mit Jakobsmuscheln wurden bei einer mittelalterlichen Bestattung in der Stiftskirche von Saarbrücken gefunden. Zur Ausstattung eines mittelalterlichen Jakobspilgers gehörten außerdem ein Wettermantel, die sogenannte Pelerine, ein breitkrempiger Hut, ein Pilgerstab sowie eine Trinkflasche, die sogenannte Gurde. Die mitgeführte Jakobsmuschel konnte außerdem zum Schöpfen von Trinkwasser genutzt werden.